| Was nicht in dir ist, steht auch
nicht in den Büchern!" Willi Gottschalk 2009
Auf diese Werkschau WASSERWELTEN hat er noch intensiv hingearbeitet, in
der großen Hoffnung selbst dabei sein zu können, doch Gott hatte einen anderen Plan.
Beginnen wir den Rundgang mit eines seiner aufregensten Arbeiten
"Holland 2007". Beieindruckt von den unerschrockenen Holländern, die unentwegt
ihr bischen trockenes Land dem Meer immer wieder abtrotzen, mit Dämmen,
riesigen Staumauern, alten Windmühlen und einem unermüdlichen Optimismus, geparrt mit
erheblichem Respekt und gesundem Realismus in ihrem Tun.

Textile 3m lange Wasserfahnen mit Motiven Gottschalk senken
sich auf den Eingangbereich und die ersten Vitrinen herab.
Von der Stadt her kommend, läuft man direkt in die Wellen hin ein, dreht
sich um und hat statt der stürmischen See einen türkisfarbenen Ausblick, von dem
vor allem sehr junge Leute immer wieder stehen bleiben..

Etwas versteckt , auf der Rückseite warten die Physiker, Hochformate in
Pastellfarben gehalten. Wellenphysiker aus Geestacht brachten ihm eine Formel mit zur
Berechnung von Wellen. Sie waren sich schnell einig, der eine braucht nur Zahlen und
der andere nur Farben um Wellen darzustellen, aber es geht auch zusammen.
Willi Gottschalks Wasserwelten sind eine Auseinandersetzung miit unterschiedlichsten
Stilrichtungen zu einem einzigen Thema, ob mit Pinsel oder Farbroller, Acryl- oder
Ölfarbe, Leinwand oder Sperrholz,orginell seine Arbeiten auf Strukturtapete.
Bewegung sichtbar machen - sein ständiger Kampf mit Material und Farbe.

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schlafende
Boote .... befinden sich in einer der nächsten Vitrinen.
Die Sehnsucht nach dem Meer, nach grenzenloser Freiheit, nach
Entscheidungsfreiheit für das eigene Leben, hat seinen Ursprung in der ihm
eigenen Biografie, einem Weg von Deutschland (Ost) nach Deutschland (West), der für
ihn über 40 Jahre versperrt war, weil es die Geschichte so mit sich brachte
und andere entschieden, welche Freiheit die Richtige sein sollte. Seine Frau
verließ 1986 die DDR, drei Jahre sollten vergehen bis er durch die sogenannte
Familienzusammenführung nachkommen durfte, ein halbes Jahr vor der Wende.
Seine Aquarellle konnte er nicht als Bilder schicken, so packte er davon Pakete und
wicklete seine Bücher ein.

Er brauchte sehr viel "Einwickelpapier" um seine wichtigsten
Bücher aus der eigenen Biblithek zu retten, denn einem blieb nichts außer dem
Handgepäck, wenn man endlich die Ausreise erhielt.

Glück ist in Rotterdam oder Skagen zustehen und zu wissen," von hier aus kommt
man überall hin", während er früher auf Rügen das Gefühl hatte, dass hier
die Welt zu Ende war, zumindestens für einen "gelernten DDR-Bürger".

Das Wasser, das Meer, die Ozeane - Genesis, alles ist Ursprung, Anfang und Ende in
Einem - sein Thema immer wieder und immer wieder neu.

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Er ist nicht fertig geworden, seine Krankheit
unterbrach zu schnell seine Arbeit, er hatte noch unendlich viele Bilder im Kopf.

sg/juni2009
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