WERKSCHAU                                WILLI GOTTSCHALK<geb. 19.11.0943 gest. 01.04.2099> KIEL KARSTADT HOLSTENTÖRN

 

Was nicht in dir ist, steht auch nicht in den Büchern!"  Willi Gottschalk 2009

Auf diese Werkschau WASSERWELTEN hat er noch intensiv hingearbeitet, in der großen Hoffnung selbst dabei sein zu können, doch Gott hatte einen anderen Plan.

Beginnen wir den Rundgang mit eines seiner aufregensten Arbeiten "Holland 2007". Beieindruckt von den unerschrockenen Holländern, die unentwegt ihr bischen trockenes Land dem Meer immer  wieder abtrotzen,  mit Dämmen, riesigen Staumauern, alten Windmühlen und einem unermüdlichen Optimismus, geparrt mit erheblichem Respekt und gesundem Realismus in ihrem Tun.

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Textile  3m lange Wasserfahnen  mit Motiven Gottschalk senken sich auf  den Eingangbereich und die ersten Vitrinen herab.kiel2009 016.JPG (105871 Byte)

Von der Stadt her kommend, läuft man  direkt in die Wellen hin ein,  dreht sich um und  hat statt der stürmischen See einen türkisfarbenen Ausblick, von dem vor allem sehr junge Leute immer wieder stehen bleiben..

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Etwas versteckt , auf der Rückseite  warten die Physiker, Hochformate in Pastellfarben gehalten. Wellenphysiker aus Geestacht brachten ihm eine Formel mit zur Berechnung von Wellen. Sie waren sich schnell einig, der eine braucht nur Zahlen und   der andere nur Farben um Wellen darzustellen, aber  es geht auch zusammen.kiel2009 021.JPG (81464 Byte)

Willi Gottschalks Wasserwelten sind eine Auseinandersetzung miit unterschiedlichsten Stilrichtungen zu einem einzigen Thema, ob mit Pinsel oder Farbroller, Acryl- oder Ölfarbe, Leinwand oder Sperrholz,orginell seine Arbeiten auf Strukturtapete.   Bewegung sichtbar machen - sein ständiger Kampf mit Material und Farbe.

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kiel2009 029.JPG (72665 Byte) schlafende Boote .... befinden sich in einer der nächsten Vitrinen.

Die Sehnsucht nach dem Meer, nach  grenzenloser Freiheit, nach Entscheidungsfreiheit für das eigene Leben,  hat seinen Ursprung in  der ihm eigenen Biografie, einem Weg von Deutschland (Ost) nach Deutschland (West), der  für ihn über 40 Jahre   versperrt war, weil es die Geschichte so mit sich  brachte und  andere entschieden, welche Freiheit die Richtige sein sollte. Seine Frau verließ 1986 die DDR, drei Jahre sollten vergehen bis er durch die sogenannte Familienzusammenführung nachkommen  durfte, ein halbes Jahr vor der Wende.  Seine Aquarellle konnte er nicht als Bilder schicken, so packte er davon Pakete und wicklete seine Bücher ein.

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Er brauchte sehr viel  "Einwickelpapier" um  seine wichtigsten Bücher aus der eigenen Biblithek zu retten, denn  einem blieb nichts außer dem Handgepäck, wenn man endlich die Ausreise erhielt.

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Glück ist in Rotterdam oder Skagen zustehen und zu wissen," von hier aus kommt man überall hin", während er früher auf Rügen das Gefühl hatte, dass  hier die Welt zu Ende war, zumindestens für  einen "gelernten DDR-Bürger".

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Das Wasser, das Meer, die Ozeane - Genesis, alles ist Ursprung, Anfang und Ende in Einem - sein Thema immer wieder und immer wieder neu.

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Er ist nicht fertig geworden, seine  Krankheit unterbrach zu schnell seine Arbeit, er hatte noch unendlich viele Bilder im Kopf.

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sg/juni2009

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